Farbe und Emotion - Künstlerportrait
Stela Nacu im Gespräch mit Adrian Tatu
(Link zum Fernsehbeitrag, Video öffnet im neuen Fenster)

Tradition und Moderne: Adrian Tatus Bildwelten
Constantin Prut

Déjà-vus
Reiner Weiss

 

 

Tradition und Moderne: Adrian Tatus Bildwelten
Constantin Prut

Die Bilder von Adrian Tatu lassen sich der Postmoderne zuordnen - wobei die künstlerische Ausdruckskraft, gerade in der frühen und mittleren Phase, einen starken Bezug zur Tradition zeigt. Das Zweidimensional-Figürliche, vermittelt in aussergewöhnlichen Farben und Strukturen, wird nach und nach aufgelöst in abstrakte Kompositionen als Neuinterpretation der visuellen und emotionalen Erfahrung.

Die bildhafte Auseinandersetzung mit dem real und imaginär Tradierten hat ihre Wurzeln in Siebenbürgen, Rumänien. Nachdem Tatu seinen Lebensmittelpunkt in Deutschland gefunden hat, wurde der Blickwinkel erweitert und bereichert durch die Auseinandersetzung mit seiner neuen Heimat. Die Interferenzen zwischen der alten und der neuen Welt, zwischen Tradition und Moderne, versunkenen Bildwelten und neuen Impressionen, schaffen einen reizvollen Kontrast. Ein verhalten romantischer Zug, kennzeichnend für die Kunst des 20. Jahrhunderts, charakterisiert sein Werk, geprägt von eigenwillig-individuellen Akzenten.

Beeindruckend sind die Schattierungen der dünn aufgetragenen Farbschichten, die den Bildern Lebendigkeit und eine emotionale Transparenz verleihen. Er benutzt ausdruckvoll ein weites Farbspektrum, von organisch-warmen Tönen zu kristallinisch-kalten oder glänzenden, wobei der Übergang nicht gleichmäßig erzielt wird, sondern durch kontrastierende Farben, die übereinander aufgetragen werden. Auf diesem Farbteppich verdichten sich Strukturen, wobei das Reale Symbolcharakter erhält, gespeist durch die Erinnerung als eine Ausdrucksform der Kommunikation. Es entsteht eine Spannung zwischen dem aktuellen Bildkanon, dem Jetzt-Gefühl und der Sorgfalt und Achtung vor dem Handwerklichen.

Von dieser Darstellung der Realität sind alle seine Bilder geprägt, am stärksten aber die Kompositionen. Den konkreten Formen ist Nostalgie hinterlegt, erzeugt durch die Einfügung von alten lyrischen Skripten. 

Adrian Tatu lebt z.Z. in Bonn und ist als Maler, Bildhauer und Bühnenbildner tätig.

Constantin Prut
Kunsthistoriker, Member of Romanian Artists' Union and of IAA/AIAP
Senior Editor, Foreign Languages Press Group

(freie Übersetzung aus dem Rumänischen und Ergänzung, pmk)

 

Déjà-vus
Reiner Weiss

Haben Sie in Ihrem Leben schon einmal erlebt, dass Sie die Zukunft vorhersagen konnten? Vorahnungen? Zeichen? Déjà-vus? Träume, die zutrafen?

Sie werden diese Frage sicherlich mit „Vielleicht!“ „Wahrscheinlich!“ oder „Ja!“ beantworten. Ein jeder, der solche Wahrnehmungen hatte wird erzählen, welche Fügung ihm widerfahren ist, wie nahe er in jenem Moment dem lieben Gott war. Man braucht sich aber über solch seltsame Visionen nicht zu wundern. Diese Eigenschaft des „Sehens“ ist eigentlich ganz logisch zu erklären:

Denn Energie wirft ihren Schatten voraus.

Um diese Behauptung zu erhellen, seien hier einige Beispiele aus dem Alltag erwähnt: Eine Wasserwelle „saugt“ das Wasser vor sich auf. Jede Welle zieht mithin vor sich eine Strömung, die ihr entgegen fließt. Der Blinde erkennt an der Strömung, die ihn ins Meer zieht, dass gleich eine Wasserwelle über seinem Kopf zusammenschlägt.

Aus gleichem Grunde hört man auch das zerreißende Geräusch der Luft vor dem eigentlichen Donner. Oder man wird weiß im Gesicht, wenn man echte Angst oder echte Wut erlebt. Wehe dem, der dieser Person gegenüber steht……

Es gibt aber auch Beispiele, bei denen sich Vorankündigungen von sich frei setzender Energie nur bedingt physikalisch erklären lassen: Die Ruhe vor dem Sturm oder das Reagieren der Tierwelt vor Naturkatastrophen.

Die Königsklasse von Ankündigungen sich entladender Energien oder Ereignisse sind aber eingangs geschilderte Erlebnisse: Eben die Zukunftsvisionen. Wer kennt nicht das Schweigen der Vögel vor dem Erdbeben? Wer kennt nicht die Unruhe, vielleicht sogar die Ahnung vor einem Unglück?

Es ist ein offenes Geheimnis: Es gibt sie, die Welt jenseits unserer Wahrnehmung. Nun besitze ich ein Ölgemälde, welches den Kernpunkt dieser Erzählung stellt:

Adrian Tatu: „ALTAR“ (1996)

Auf den ersten Blick wird man meinen: „Wieder eine dieser Farbkompositionen“. Aber dieses Bild steht im unmittelbaren Zusammenhang zur obigen Einleitung. Es stellt für mich die Antwort auf gleich DREI Fragen. Fragen, die eigentlich in die Abteilung „Wolkenkuckucksheim“ gehören:

1) Kann man die Zukunft voraussagen?

2) Gibt es so etwas wie vorbestimmtes Schicksal?

3) Kann man Schicksal ändern?

Das obige Bild trägt den Titel „Altar“. Mit „Altar“ meint der Künstler diesen urgewaltigen Obelisken in der Bildmitte. Abgerissene und in die Komposition eingearbeitete hebräische Bibeltexte (im geografischen Zentrum) unterstreichen hier die Allmacht einer übergeordneten Kraft. Das Bild scheint vor Energie förmlich zu explodieren. Ich hatte damals, als ich dem Bild gegenüber stand, schon Schwierigkeiten mit dem Titel „Altar“.

Adrian Tatu und ich betrachteten bei der feierlichen Übergabe an mich das Bild und ich meinte schon damals, dass hier entgegen seiner Überzeugung eine geweihte Stätte gemalt zu haben, eine doch einer apokalyptische Darstellung vorliegt. Was soll es denn nun sein? Apokalypse? Altar? So ein Widerspruch!

Jedes Mal, wenn ich zuhause das Bild betrachte, stellte sich mir diese Frage. In welche Richtung tendiert das Bild? Gut oder böse? Nach Jahren stieß ich auf den Schlüssel.

Adrian, der Maler und ich. Wir ahnten beide nicht, dass wir hier einer Prophezeiung gegenüberstanden. Eine Prophezeiung?

Nein, es ist eine Fotografie!!! Eine Fotografie vom 11. September 2001! Fünf Jahre vorher geschossen!!!

Ich will Adrian Tatu Kraft seines Bildes „Altar“ nicht direkt als Seher bezeichnen. Denn „richtige“ Seher „sehen“ eigentlich nur die Gutgläubigkeit ihrer Kunden und deren Geldbörsen.

Adrian ist eher ein ganz ausgeglichener und lustiger Mensch. Er trägt seine Fähigkeiten nicht zur Schau. Er vermarktet seine Aura nicht. Adrian überreichte mir das Bild 1997. Es war bei einer Vernissage im Bonner Brückenforum. Wir trafen uns nach langer Zeit – vor einem halben Jahr – zufällig in meiner Straße. Der 11. September lag damals 1 Jahr zurück.

Ich sprach ihn sogleich auf das Bild an, welches er fünf Jahre vor dem Anschlag auf das World Trade Center gemalt hatte. Mich interessierte natürlich, was er wohl dabei gedacht oder empfunden habe? Ich erwähnte dabei die Stichworte „Seher“ und „Vorhersage“. Adrian dementierte dies jedoch, peinlich berührt. Er winkte ab. Das Bild sei ihm „so passiert“. Er sieht keinen Zusammenhang zwischen dem Bild und dem Anschlag. Alles Zufall!!! Dabei zwinkerte er mir grinsend zu. Ich weiß bis heute nicht, was dieses Zuzwinkern zu bedeuten hat. Das ist Adrian. Er ist so sympathisch einfach, daher bleibt er ein schwieriges Rätsel. Er gockelt aber damit nicht herum. Wie all die anderen. Die „Profis“. Er steht auf dem Boden.

Sie müssen zugeben, dass jemand, der den Anschlag vom 11. September 2001 fünf Jahre vorher im Voraus gesehen und gemalt hat, wert sich, einmal näher betrachtet zu werden:

Adrian wurde 1961 in Kronstadt/Rumänien geboren. Nach seinem Kunststudium zog es ihn nach Deutschland. Er blieb seiner Branche treu und versuchte stets, Papier und Farbe zusammen zu bringen. Erst Siebdrucker, dann Grafiker, zuletzt professioneller Kunstmaler.

Im Sommer 1997 sprach er mich, nachdem ich ein Klavierkonzert auf dem Münsterplatz gegeben hatte, einfach an. Er wollte mich als Pianisten für seine Vernissage im Bonner Brückenforum gewinnen.

Seine Idee war, Malerei und Musik in Einklang zu bringen. Ich ermunterte ihn darin, denn Picasso und Strawinsky wurden auch gerne immer in einem Atemzug genannt. Er wollte seine Vernissage musikalisch derart gestalten, dass der Zuschauer gar nicht anders kann, als auf seine Bilder zu „starren“.

Es gäbe nichts Schlimmeres für einen Künstler, als dass auf seiner Ausstellung die Besucher während des Herumstehens nur die Schnittchen aufessen und den teuren Sekt leer trinken. So schlug ich ein und erklärte mich dazu bereit, seine Ausstellung mit Wort und Musik regelrecht zu inszenieren. Unsere Idee war einfach:

Einzelne Bilder (nicht alle!) werden mit Tüchern verhängt und wecken somit das Interesse der Leute zu Beginn. Das bedeutet, die Besucher kommen nicht etwa so hereingetröpfelt, sondern warten alle geschlossen auf einen geordneten Anfang. Denn Anfang ist die Voraussetzung aller Konzentration. Wenn etwas verhangen ist, hat es noch nicht angefangen!

Nach einer offiziellen Eröffnungsrede sollten dann die Tücher einzeln heruntergezogen werden und ich wollte dann entsprechende Klavierwerke zu den enthüllten Bildern bringen. Nach einer kurzen Überlegung waren wir uns einig: Bombastisch sollten die verhängten Bilder schon sein, bombastisch die entsprechende Musik.

Das schockierende Moment des Tuch-Herunterreißens im Zusammenspiel mit dem brüllenden Bild, welches darunter zum Vorschein kommt und einer dröhnenden Klaviermusik mit vollem Werk. Das war unser Konzept!

Bild „Kreuzigung“ (zu finden auf seiner Homepage, „Ölbilder“ auf Seite 6; Bild A) zusammen mit Beethovens „Pathetique“.

Bild „Freiheit“ (6B) mit Moussorkskys „Großem Tor von Kiew“. „Vergangenheit“ (1-A) mit Chopins „Revolutionsetüde“ und „Altar“ (2-I) mit den brachialen Akkorden des „Warschauer Konzerts“. Eigentlich hätte ich mir noch eine Verstärkung über Lautsprecheranlage gewünscht, um dem unbeschreiblichen Druck, der von den Tatu-Bildern ausgeht, gerecht zu werden.

Zu den einzelnen Bildern und der Vita Tatus sollte ich auch noch passende Worte finden.

Der grundlegende Tenor der Rede: Adrian, der Mystiker aus Transsilvanien…

Es wurde eine Ausstellung wie aus einem Guss. Nicht nur Musik und Malerei, sondern auch Maler und Musiker taten sich hier zusammen.

Eine sinngemäße Zusammenfassung der Eröffnungsrede bringe ich hier nach meinem Gedächtnis:

„Sehr verehrte Damen und Herren,

wir haben es bei Adrian Tatu mit einem Künstler zu tun, der in seinen Werken einen unübersehbaren Zwiespalt in seinem Wesen zum Ausdruck bringt.

Um dies zu begründen, lassen sie mich seine Herkunft erwähnen: Er stammt aus Kronstadt in Rumänien. Unweit des sagenhaften Schlosses Graf Dracula, der wirklich lebte. Der Name „Dracula“ stammt aus Drac ul, was im Rumänischen „der Teufel“ heißt. Der Vorname „Adrian“ erinnert zunächst auch an die Hauptrolle aus dem Film „Das Omen“. Aber als Papst ging Adrian gleich sechs Mal in die Geschichte ein. Auf der gigantischen „Hadriani Moles“ in Rom, der berühmten „Engelsburg“ steht auf der Spitze eine Bronzestatue des Erzengels Michael.

Ich möchte hier anhand seines Namens nichts etwa an den Haaren herbei ziehen, meine Damen und Herren, dennoch sticht in seinen Bildern eine besondere Spannung ins Auge, diese Spannung wird wie ein Leitmotiv durch sein Oeuvre geflochten. Gemeint ist die Spannung der Antipoden Teufel und Gott.

Wir sehen sehr oft das Motiv des Kreuzes. Dargestellt in zwei Positionen. Aufreicht und umgedreht. Sie wissen, dass ein umgedrehtes Kreuz das Zeichen des Teufels ist. Dann die Frauen und die Akte. Wieder diese Sinnspaltung, denn sind sie Symbol der Liebe oder fleischlicher Versuchung?

Wir wissen ist nicht. Nicht zuletzt das Dreieck. Tatu arbeitet es rasiermesserscharf in seine Bilder ein. Die Dreiecke in Tatus Werk haben ebenfalls zweideutigen Hintergrund:

Einerseits stellt es die Dreifaltigkeit Gottes dar, es ist schlechthin das Zeichen Gottes; „das Auge im Dreieck“, eingeführt von Künstlern der Renaissance, von Cranach dem Älteren bis Jan van Eick.

Andererseits ist es aber auch ein Zeichen des Teufels. Ein zum Dreieck angeordneter Verbund von Muttermalen, das „Stigma Diabolicum“ – ein Todesurteil, die drei Sechser, das Teufelszeichen, das Schamdreieck der Frau … es geht immer so weiter!

Auch ist das Dreieck ein Symbol der Mystik: Die Geheimnisse der Pyramiden, die innere Ruhe, die schneidende Schärfe. Mithin: Ein doppeldeutiges und zwiespältiges Symbol ist dieses Wahrzeichen des Pythagoras.

Für Adrian Tatu in seiner gespaltenen spannungsgeladenen Künstlerwelt ist das Dreieck das Symbol des Lebens. Seines Lebens!

Sehr verehrte Damen und Herren, betrachten Sie nun diese Ausstellung unter einem anderen Licht. Es ist der Kampf des jungen Künstlers zwischen zwei Welten. Zwischen Gott und Teufel, zwischen krassen Hell- und Dunkelzonen, die Bilder werden regelrecht zerschnitten, Bilder zwischen Chaos und Akribie. Und das alles noch zerschnitten in drei Teile.

Dieser innere Kampf, diese Unrast erinnert mich als Musiker an Beethoven, Wagner, Chopin oder Schumann, alle am Rande des Wahns oder der Visionen. Zum Beispiel konnte Schumann seine geistige Stabilität nur solange erhalten, wie er und seine Musik zeitlich verschob, sozusagen „verrückte“. Also die Einsätze zwischen linker und rechter Hand um Sekunden versetzte. Zum Beispiel „Karneval“ – ein Jugendwerk. Als die Verrückung in seiner Melodie später ins Lineare überging, drang der Wahnsinn in sein Bewusstsein. Denken Sie an die berühmte „Träumerei“ von Schumann. Ein hübsches gerades Stück, nett anzuhören, aber nur wenige Wochen vor seinem geistigen Zusammenbruch komponiert!

Kehren wir wieder zurück zu Adrian Tatu.

Meine lieben Kunstliebhaber, Sie haben es hier mit einem wahren Künstler zu tun, der in seinem Inneren den Tanz auf dem Vulkan erlebt….

Hier endete die Rede und das Publikum war überaus gespannt auf die nun folgende Präsentation seiner Bilder. Die Ausstellung war gelungen. Genialischer Dämon. Dem Adrian war es recht. Man sprach noch lange danach von dieser Veranstaltung.

Wie Recht ich mit dieser Charakterisierung aber hatte, sollte ich erst vier Jahre später feststellen. 

Nun zum Hauptteil des Aufsatzes, die Bildbeschreibung des Gemäldes „Altar“!

Betrachten Sie dieses Gemälde. Sie werden unweigerlich an die Ereignisse des 11. Septembers 2001 erinnert. Wie kann jemand so genau die Proportionen des World Trade Center One wiedergeben, ohne zu wissen was er da tut? Auch der weiße Fleck an der rechten Seite des Obelisken entspricht exakt der Stelle, an der fünf Jahre später das Flugzeug einschlagen wird: (Leider ist der obere Rand der Fotografie abgeschnitten, aber oberhalb folgt nur ein schwarzer Rand. Die Proportionen sind also exakt zu erkennen!)

Auch sind im Gemälde den Obelisken umsäumende Klötze schemenhaft zu erkennen. In Natura bilden sie die Skyline von Manhatten:

Das Gemälde „Altar“ wird von einem unglaublichen Chaos dominiert. Der Hintergrund bildet eine Farbgebung, die man nur als Qualm und Feuersbrunst bezeichnen kann.

Bei längerem Betrachten des „Altars“ werden Sie noch so einige Details wieder finden. So zum Beispiel die weißen Striche links unten. Mich erinnern sie an die Fassade des niedergegangenen Gebäudes, die wie skelettierte Finger als Mahnmale den Untergang der Menschheit symbolisieren.

Und Rot. Rot. Blut. Überall. An diesem „Altar“ wurden 3600 Menschen geopfert. Und in der Mitte des „Altars“ diese hebräischen Bibeltexte. Was sagen sie? Wer kann sie lesen?

Adrians Titel lautet wie gesagt „Altar“, für mich war es damals schon ein Bildnis des Weltuntergangs. Ich möchte mich hier nicht auf Adrians Trittbrett schwingen. Ihm allein gebührt der Aufsatz! Er ist der Maler, ich kann nur sehen.

EPILOG:

Hier komme ich zu den Fragen, die ich eingangs stellte:

1) Kann man die Zukunft voraus sagen?

2) Gibt es so etwas wie vorbestimmtes Schicksal?

3) Kann man Schicksal ändern?

Zu Frage 1) Wir sehen an dem Bild „Altar“, dass sehr wohl die Zukunft vorhersehbar ist. Zumindest künden sich Großereignisse vorher an. Verstehen Sie dies als Entladungen großer Energiewellen, wie der 11.09.01 (Denken Sie an den Blinden in der eingangs beschriebenen Meeresbrandung).

Zu Frage 2) Das Schicksal ist vorbestimmt. Die absolute Deckung des Gemäldes von Tatu mit den Ereignissen, lässt keinen anderen Schluss zu. Der 11. September lag schon immer fest. Die Geschichte läuft also auf vorher festliegenden Pfaden.

Zu Frage 3) Das große Übel: Wir können den Verlauf des Schicksals als „Homo Sapiens“, so wie wir ihn kennen, nicht ändern. So schlimm die Anschläge waren, so real auch ein Wissen darüber überall auf der Welt sublim existierte, die Anschläge konnten nicht verhindert werden. Es gibt aber tatsächlich eine Abwendung des Schicksals. Jedoch ist dieser Weg mit einer grundlegenden Änderung unseres Selbstbildnisses verbunden. Dieser Weg ist schwierig mit verlangt von den Menschen eine übermenschliche Selbstdisziplin. Dieser Leidensweg ist beschrieben im Schlusswort.

ZUSAMMENFASSUNG:

Wer sind diese Leute, die Dinge vorhersehen können? Es sind Menschen, die uns allen einen Einblick gewähren in Phänomene, die uns wieder an die Existenz einer großen Bestimmung erinnern.

Mag dieses Resümee pathetisch klingen. Tatus Bild spricht jedoch genau diese Worte. Es ist da, es hängt an der Wand und sein Inhalt und seine Aussage lassen sich nicht wegbelächeln. Tatu ist kein Nostradamus. Es ist, wie er sagte „ so über ihn gekommen“.

Das Schicksal hat ihm befohlen: „Los! Mal jetzt ein Bild von einem Tag 5 Jahre später“. Adrian hat selber nicht gewusst, was da seine Hand führte oder was er da malte.

Betrachten wir das Schicksal und die bösen Menschen, die es auslösen, wie körperliche Gebrechen. Wir müssen uns an sie gewöhnen und mit ihnen leben, denn wir können sie doch nicht ändern. Oder mit seltsamen Worten längst vergangener Tage zu sprechen:

„Liebe Deine Feinde!“

Das war einmal die große Idee einer Weltreligion, deren Name man heute nicht mehr aussprechen mag …

Schauen wir in die Nachrichten: Hass gebiert nur Hass. Die unendliche Geschichte!

Geld und gute Worte werden sie niemals ändern.

Das erzählt mir Adrians Bild jeden Tag!!!

Reiner Weiss (www.openclassics.de)