Die Möbel.

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Seine neuen Schöpfungen, die Möbel, stehen unmittelbar unter diesem Leitmotiv des Widerspruchs. Die allgemeine Erwartung, Bilder zu betrachten, steht nun im Widerspruch zu dem Gebrauchswert, den seine Bücherborde oder Schränke darstellen. Die Frage tut sich hier auf: Ist es nun Kunst oder sollen diese Objekte als alltäglicher Gebrauchs-gegenstand benutzt werden?"
(Lesen Sie den gesamten Text von Reiner Weiss weiter unten.)

 

Alle Möbel sind Sonderanfertigungen und können nach Ihren Wünschen in unterschiedlichen Größen hergestellt werden.

 

 

 

 

 

Wie lautet das Gesetz des Lebens?“.

So unglaublich es klingt, aber man kann dieses Gesetz in einem Wort darstellen: Widerspruch!

Es ist DAS Gesetz des Lebens: Widerspruch! Spannung! Ohne diesen Konflikt würde die Evolution nie stattgefunden haben. Denn wären alle Fragen beantwortet, wären alle Spannungen ausgeglichen, die Entropie Null, wäre die Sprungfeder des Lebens ohne Kraft. Stagnation, Kälte und Tod würden unser Universum erfüllen. So einfach die Frage des Lebens hier beantwortet wird, so einfach ist auch die Antwort auf die Frage:

Wer ist Gott?

Diese Kraft – wir nennen sie „Gott“ - hat die Spannung in unserem Kosmos erschaffen.
Mehr nicht! Der „Rest“ (Sonne, Erde, Menschen und alle Dinge, die uns umgeben) entwickelten sich von selbst.
 

Wir lesen in der Bibel: “Gott trennte das Licht vom Dunkel und nannte es Tag und Nacht“ – Und weiter: Er trennte das Wasser vom Land, die Fische von den Vögeln...
Wer hinter diese Zeilen der Bibel schaut, erkennt, wie überaus weise der die Genesis verfasst wurde: In einfachen Bildern wird die Schöpfung dargestellt, die jeder versteht und die bis in die moderne Quantenphysik bestätigt wird: Entropie (Spannung) hält unser Universum in Gang. Ihre Ursache sind die Vier Großen Kräfte, an deren Vereinheitlichung die Hochphysik heute fieberhaft arbeitet.

Adrian Tatu

Natürlich suchen Künstler immer nach Spannungen und Konflikten. „Vincent“ wäre vielleicht nie „Van Gogh“ geworden, wäre da nicht sein Ohr oder sein Wahnsinn gewesen...
Adrian Tatu gehört nicht zu der Fraktion der verrückten Künstler. Zum Glück nicht!
Dennoch treibt ihn eine innere Stimme dazu, diese heile Welt in Stücke zu reißen.

Ich möchte dem Besucher der Ausstellung hier einen Schlüssel für den „Tatu-Code“ zum Verständnis der Werke Tatus mit auf den Weg geben:

Adrian der Mystiker aus Transsilvanien...

Wir haben es bei Adrian Tatu mit einem Künstler zu tun, der in seinen Werken chiffrierte Zwiespalte zum Ausdruck bringt. Um dies zu begründen, soll auch seine Herkunft nicht unerwähnt bleiben:

Der Name.


Er stammt aus Kronstadt in Rumänien. Unweit des sagenhaften Schlosses Graf Draculas. (der wirklich lebte...) Der Name „Dracula“ stammt übrigens aus „Drac - ul“, was im Rumänischen „Der Teufel“ heißt.

Als Papst ging der Name „Adrian“ gleich sechs Mal in die Geschichte ein.
(Es gab unter den Päpsten mit dem Namen „Adrian“ auch zwei durchaus korrupte Vertreter!) Auf der gigantischen „Hadriani Moles“ in Rom, der berühmten „Engelsburg“ steht auf der Spitze eine Bronzestatue des Erzengels Michael.

Es soll hier mit der Herkunft oder dem Namen nichts an den Haaren herbeigezogen werden. Dennoch: Nomen est Omen und in Tatus Werken flechtet sich ein Leitmotiv durch sein Oeuvre: Die Spannung zwischen Kathode und Anode. Zwischen Gut und Böse. Jedoch getarnt. Dieses zu entlarven, macht die Mystik und Schönheit seiner Bilder aus.

Das Kreuz.

 
Die Antipoden Teufel und Gott: Wir entdecken in einigen Bildern das Motiv des Kreuzes. Dargestellt in zwei Positionen. Aufrecht und umgedreht. Sie wissen, dass ein umgedrehtes Kreuz das Zeichen des Teufels ist. Darauf genagelt, oder frei, die Frauen und die Akte. Wieder diese Sinnspaltung, denn sind sie Symbol der Liebe, oder fleischlicher Versuchung? Das sind leicht zu entdeckende Widersprüche. Aber Tatu geht tiefer...

Das Dreieck.

 
Tatu arbeitet es rasiermesserscharf in seine Bilder ein. Die Dreiecke in Tatus Werk haben ebenfalls zweideutigen Hintergrund: Einerseits stellt es die Dreifaltigkeit Gottes dar, es ist schlechthin das Zeichen Gottes; „das Auge im Dreieck“ - eingeführt von Künstlern der Renaissance, von Cranach dem Älteren bis Jan van Eick. Andererseits ist es aber auch ein Zeichen des Teufels. Ein zufällig zum Dreieck angeordneter Verbund von Muttermalen auf dem entblößten Körper der angeklagten „Hexe“ - das „Stigma Diabolicum“ – ein Todesurteil! Die drei Sechser -ein Teufelszeichen, das Schamdreieck der Frau...

Auch ist das Dreieck ein Symbol der Mystik: Die Pyramiden, die Stabilität, die innere Ruhe, die schneidende Schärfe zerbrochener Glasscheiben, die Mathematik...
Mithin: Ein wahrlich mehrdeutiges und zwiespältiges Symbol ist dieses Wahrzeichen des Pythagoras. Das Dreieck vereint Gut und Böse. Leben und Tod, Mathematik und Mystik...

Das Gold.


Tatu arbeitet mit purem Blattgold in seinen Bildern. Was will er mit diesem Gold sagen? Gold als Zierde oder Symbol der Macht?  Strahlende Sonne oder sicherer Tod?

Für das Gute im Golde spricht die Islamische Weltanschauung: Das Tragen von Gold ist nach alter Islamischer Lehre nur Frauen vorbehalten. Zitat aus 1001 Nacht: “Wer die Stadt Kairo nicht gesehen, der hat die Welt nicht gesehen; Ihrer Frauen sind wie die schwarzäugigen Jungfrauen im goldenen Licht des Paradieses“! Männern war damals das Tragen von Goldschmuck verboten. Weil diese den Wert des Goldes ins Böse verdrehen! Weiser Mohammed!

Oder verbindet man mit Gold den Tod, Mord oder unendliches Leid? Wieder der Konflikt zwischen Schönheit und Bösem!

Die Möbel.

Seine neuen Schöpfungen, die Möbel, stehen unmittelbar unter diesem Leitmotiv des Widerspruchs. Die allgemeine Erwartung, Bilder zu betrachten, steht nun im Widerspruch zu dem Gebrauchswert, den seine Bücherborde oder Schränke darstellen. Die Frage tut sich hier auf: Ist es nun Kunst oder sollen diese Objekte als alltäglicher Gebrauchs-gegenstand benutzt werden? Das Paradoxon hier ist: Adrian Tatu weiß es selber nicht. Er ist ein Mensch und Menschen verstehen das Leben nicht genau und wissen oft genug nicht, wo „Gut“ und „Böse“ „Sinn“ oder „Wahn“ angesiedelt sind...

Damit verkündet er seine Botschaft, die uns alle angeht:
Lebe den Widerspruch und du entdeckst das Leben!

Wir sehen hier in Tatus Werken Konflikte, die nicht nur sein Inneres widerspiegeln, sondern auch Modell stehen für das Leben und das gesamte Universum! Die Spannung, die das Leben entfacht.

 

Wie eingangs beschrieben...

Gold, Mystik und Glaube. Die Menschheit - Gottes Ebenbild - verbirgt sich hinter alledem. Versteckt, chiffriert, getarnt... Das genau ist der Tatu-Code...
 
Die Lösung: Der Mensch, genau wie sein Schöpfer, ist erst wahrhaftig durch seine Konflikte!  Der Mensch ist göttlich. Im Guten, wie im Bösen.
 
Wir haben es bei Adrian Tatu mit einem wahren Künstler zu tun, der in seinem Inneren auch ohne „abgeschnittenem Ohr“ den Tanz auf dem Vulkan erlebt...

Reiner Weiss